Bemerkenswerte Begebenheiten

1597

starben in Arnsgereuth 25 Personen an einer rasch tötenden Krankheit, vermutlich an der Pest, davon alleine 16 im September.

Am 3. September 4 kamen auf einmal in ein Grab, am 22.September wiederum 2.

Die Namen der Gestorbenen sind:

  • Hans Matz junior, ein Sohn von 9 Jahren
  • Hans Matz junior, eine Tochter
  • Die alte Churthausen begraben, ist niemand dabei gewesen (Aus Angst vor Ansteckung !?)
  • Churthausens Weib begraben
  • Ein Kindlein ungetauft den 6. Aug.
  • Die Wallschen gegraben 31.Aug.
  • Jobst Speerschneider begraben den 2.September
  • Wolf Heinemanns Weib begraben den 4. Sept.
  • Wolf Heinemann
  • Churthansel
  • Lorenz Matzen, Tochter
  • Hickel Kühn, Kind (9 - 13 begraben den 3.Sep. in ein Grab)
  • Lorenz Müllers Weib begraben den 7. Sept.
  • Bornhansels Söhnchen begraben den 9. Sept.
  • Hans Bauers Sohn begraben 13. Sept.
  • Wolf Heinemanns Töchterlein begraben 16 Sept.
  • Hans Matz senior begraben 17.Sept., 1 Taler in Gotteskasten (wohl um die Krankheit zu bannen)
  • Lorents Müllers Tochter begraben den 20. Sept.

 

und andere

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1637

plündern die kaiserlichen die Höhendörfer. Jobst Müller aus Wittmannsgereuth und Kunz Bärschneider aus Arnsgereuth werden zu Tode gemartet. Die Kirche in Lositz wird niedergebrannt

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1638 bis 1640

wütet die Pest auf der Höhe. Eyba stirbt bis auf zwei Personen aus. Es starben weiter an der "Hauptkrankheit", wie die Pest in der Chronik bezeichnet wird, 1640 in Arnsgereuth 13 Personen. Manche Einwohner flüchten. So ist 1638

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"der Schmied von Eyba sterbens wechen (??)nach Arnsgereuth gewichen, am 9.Juni, Sonnabend nach Metardi"

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1801

war ein sehr dürrer Sommer, so dass es im Julius und August beinahe keine Wolke am Himmel zu sehen war, viel weniger ein Tropfen geregnet hat. Es war Mangel an Wasser, so dass in vielen Dörfern kein Tropfen Wasser zu bekommen war. Menschen und Vieh schmachteten, und hat sich wohl mancher an einer trüben Pfütze den Tod an den Hals gesoffen. Doch ist bei alle dem das Getreide sehr gut geraten, aber sehr wenig Kraut ist gewachsen, auch wenig Erdäpfel.

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1805

herrscht Hungersnot. Das Jahr ist merkwürdig wegen der späten und ungewöhnlich nassen Witterung.

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1806

am 8. und 9. Oktober Durchzug der Franzosen

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1807

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"Den 27 Julius zog ein schweres Gewitter und ein heftiger Sturmwind über unsere Gegend nach Rudolstadt zu. Es hat dieser Sturm die erst vor wenigen Jahren neu erbaute Windmühle hier oben bei Kleingeschwenda umgeworfen und viele Obst- und Waldbäume aus dem Grund gerissen."

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1816

Neubau der Kirche zu Arnsgereuth

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1827

Eine sehr schreckliches und Traurige Nachricht aus dem Kirchenbuch Hoheneiche:

"den 4ten Sept.: Abends ein halb 11 Uhr 1827 stiegen auf einmal 2 Feuer in Arnsgereuth

  • beym Georg Schnapp, und das
  • beym Johann Heinrich Bärschneider (Bär Jobst) auf,

 

ein Vetter von Schnapp.

Welche beyde Feuer gedachter Schnapp angesteckt hat.

Nach dieser boshaften Verrichtung machte derselbe sich auf seine Scheune, auf dem Hückel stehend, und sah beyden Feuer zu. Diese Feuer breiteten sich aus, und gingen von der Bärjobst Scheune an denselben Haus und verbrannten beiyde Gebäude, dass aus der Scheune gar nichts und aus dem Hause Weniges, ausgenommen das Vieh, ist gerettet worden. Weiterhin wurde Joh. Heinrichs (Bicklas) Hintersättlers Haus und Scheune ergriffen, dass aus der Scheune gar nichts und aus dem Hause sehr Weniges und doch mit größter Gefahr des Lebens ist gerettet worden.

Von da ging das Feuer schnell an und in das Haus des Bauers Joh. Heinrich Lutsche (Bärs) und ist ebenfalls daraus wenig gerettet worden. Jedoch blieb dessen Scheune unversehrt stehen.

Von Schnapp seinen Gebäude von links hin ging das Feuer an und in das Haus des Bauers Georg Christia Müller (Kühngerge) und eine volle und gesegnete Scheune, wie bey Allen, der aus seinem Hause Weniges beynahe gar nichts und so auch aus der Scheune nicht das Mindeste hat retten können, und da sich gedachter Kühngerge das 2te mal gewagt, noch einmal in sein Haus zu gehen, was zu retten, so ergriff ihn das Feuer und beschädigte seinen Rücken, daß er fliehen mußte und verbrannte also das Haus und gar nichts aus seiner vollen Scheune, auch dessen Scheune, wie auch dessen Häuslein undNebengebäude auf dem Kellerhaus stehend, daß derselbe vor einen Anderen bedauernswürdiger ist, indem derselbe gegen Jedermann behilflich, barmherzigwar, aber auch von anderen bedauert und viele Wohltaten reichlich ihm insbesondere sind dargebracht worden.

Von da ging das Feuer an und in das Haus und Scheune und Hofreiths des BAuern Joh. Georg Kuhn (Lasers) und brannte also Haus, Scheune und ale seine Gebäude weg, daß nichts, bey nahe nichts Bedeutendes hat können gerettet werden, doch dieser, ob er gleich auch wie andere sein Haus, Scheune und alle seine Güter verloren, ist doch sogleich instande, bald wieder aufzubauen. Von da ergriff das Feuer dem Bauer Georg Heinrich Müller (Lehmann) sein Wohnhaus, welches auch wegbrannte. Die Scheune aber wurde erhalten, teils durch die Schweineställe, die, ehe das Feuer kam, weggerissen, und ein Haufen Reisig, der im Hofe stand, weggeschaft und durch die vielen 1000(!!) Menschen, die sich nach und nach einfanden, um Retter zu werden; daß also derselbe nicht mehr als sein leeres Wohnhaus  verloren. Denn ehe das Feuer sein wohnhaus ergriff, so wurde von den vielen Menschen, die da als Retter zugegen waren, sein Hausrath rausgeschafft und ins Sichere gebracht und den Feuer wurde dadurch und guten Anstalten bey wenigen Wasser, gewehrt, daß die Scheune stehen geblieben, und auch vieles aus seinem Hause erhalten; daß derselbe Gott, vor jenen Abgebrannten, Ursache hat, herzlich zu danken, und sagend:

Die Güte des Herrn ist's, daß mir nicht gar aus sind und seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende.

Das keine Menschen und kein Vieh bey den Brand von 8 Wohnhäusern, Ställen, 4 Scheunen sind beschädigt noch verbrannt worden, ist Gott nicht genug zu danken.

Als das letzte Haus in Feuer stand, so hörte man einen Flintenschuß, so verfiel man auf den Gedanken, und viele sagten: Jetzt hat sich der Schneider erschossen. Der Gedanken und Ausrufens Ursache: Weil seine und seines Vetters Wohnungen angesteckt worden.

Frühmorgens als Gerichtsherr Direktor Herr Breithaupt von Saalfeld kam und man Verdacht hatte, denselben in der Scheune zu finden, weil dieselbe sein eigen war. So war es auch, weil ihn sein Hund verriet, den er mit dahin genommen hatte, als er die beiden Feuer angesteckt, aber die Tür an der Scheune war inwendig zugekettelt. Und da aufgemacht wurde, fand man den Erzbösewicht, Mordbrenner und Selbstmörder auf dem Gebräde mit einer Flinte erschossen, durchs Herz und zwischen den Schultern durch und durch das Dach der Scheune, tot auf Stroh zur Erde liegend. Einen Rock und Fuhrmannspelz an und einen Hirschfänger um sich habend, und einen starken knozlichen Stock mit einem Band um seine Hand wickeln, um sich habend; und eine Laterne mit Schwefel und Tinte, Feder und Papier neben sich stehen. Den 2ten Tag nach dem Brand sind auch noch Schriften in einem Banne gefunden worden; Darinnen gestanden, daß er noch Willens gewsen wäre, beym Joh. Heinrich Franken (Bischl) und damaligen Schultheiß Spärschneider (Kühnoden) Feuer anzulegen, um das ganze Dorf in Asche zu legen.

Den 3ten Tag nach dem Brand, als Freytags ist der schwarze Tatmensch auf Befehl hoher Landesobrigkeite in Beysein Feldjäger Schultheißens und sämtlicher Gemeinde, auf einen Schubkarren hingefahren von denen Tuberten (Abdecker) von Saalfeld und Hurthmann in Arnsgereuth in sein eigenes Stück Hölzchen und  Gebüsche wie ein Stück Vieh ohne Sarg, ohne Kleidung wie er verdient eingescharrt und  eingegraben worden.

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1880

Am 24.Juli 1880 nachts 2 Uhr brach in der zum Wohnhaus Nr. 8 Scheune Feuer aus und verzehrte in kurzer Zeit die Wohnhäuser Nr 8 u. 7 mit allen dazu gehörenden Nebengebäuden. Schafe, Schweine u. Hühner soweit solche nicht mehr gerettet werden konnten, verbrannten. Man vermutete Brandstiftung, der Täter wurde jedoch nicht entdeckt.

1887

In der Nacht vom 30.Juni zum 1.Juli 1887 nachts gegen ½ 1 Uhr entstand im Leitergebäude des Wohnhauses No.11 ein Schadenfeuer. Ein Fuhrman von Saalfeld der durch den Ort fuhr, bemerkte die emporschlagenden     Flammen u. weckte die schlafenden Bauer des Ortes. Diesmal brannten die Gehöfte  No. 11,10 u.12 vollständig nieder. Die Entstehungsursache blieb auch diesmal unbekannt.

1888

In der Nacht vom 16. bis 17 Juli 1888 abermals um ½ 1Uhr sahen plötzlich die Gäste welche noch im Gasthaus Nr. 4. u. in der Restauration Nr. 26 saßen, aus dem Linter Gebäude des Anschriften No.4 die Flammen emporschlugen. Es brannten die Wohnhäuser No. 4 u. 3 mit sämtlichen Nebengebäuden nieder. Auch diesmal wird wohl die Entstehungsursache ungeklärt bleiben.

Durch die Vergrößerung es Ortes und den Zuzug war die Zahl der Schulkinder auf 39 gestiegen. Da hierfür das seitherige Lehrzimmer, dass nach dem gesetzlichen Ansprüchen nur ungefähr 25 Kinder fasste, nicht mehr ausreichend war, so machte sich die Gemeinde einstimmig dahin schlüssig einen Anbau an das Schulhaus, das 1853 errichtet worder ist, und damit ein neues Lehrzimmer auszuführen und zu errichten. Die Banklasten hierfür betrugen 1900 Mark und wird --- Staatshälfte im Betrag von 400 Mark geleistet. (Ausgeführt wurde 1888 der Bau durch B. oder L. Müller und einem anderen)

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